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Wasserkraftwerk Ancinale

Information an die Aktionäre (aus März 2007)

Wie Sie wissen, wurde seitens der für die damalige Verwaltung der Tochtergesellschaft Ancinale Idroelettrica S.r.l. verantwortlichen Geschäftsführerin im Zusammenspiel mit den Verantwortlichen der Firmen Energia Verde S.r.l. und GET S.r.l. widerrechtlich auf die Handelskammer in Bari eingewirkt, damit diese einen infolge Fehlens einer notariellen Beglaubigung nichtigen Pfandvertrag im Handelsregister einträgt. Dies hatte zur Folge, dass sich die Firma Energia Verde S.r.l. der Gesellschafterrechte der unit energy europe AG für ihre Tochtergesellschaft Ancinale
Idroelettrica S.r.l. bemächtigte.

Die hiergegen eingereichte Klage war durch zwei Instanzen erfolgreich. Die Gerichte urteilten rechtskräftig, dass der Pfandvertrag nichtig und die Eintragung rechtswidrig war und nicht hätte erfolgen dürfen. Ebenso we-nig hätte die damalige Geschäftsführerin diesen nichtigen Vertrag in das Firmenbuch eintragen dürfen.

Noch bevor die Urteile rechtskräftig wurden, veräußerte der von Energie Verde S.r.l. eingesetzte neue Geschäftsführer von Ancinale Idroelettrica S.r.l. unser Kraftwerk an GET S.r.l., die es wiederum an die Firma Park S.r.l. veräußerte. Hiergegen laufen entsprechende Zivilrechtsstreite in Bari und Parma. In Bari konnten wir bislang durchweg obsiegen. In Parma fand mittlerweile die erste Beweisaufnahme statt, in der die Zeugen, insbesondere ein Ingenieur des Wirtschaftsministeriums zu unseren Gunsten aussagte. Das Verfahren dauert an.

Zusätzlich haben wir gegen alle Beteiligten ein umfangreiches Strafverfahren in Gang gesetzt, in dem die erste Hauptverhandlung für Juli 2007 terminiert ist. Angeklagt sind alle Beteiligten an der Veräußerung des Kraftwerkes, inkl. der Geschäftsführer der Park S.r.l.

Seit etwa Mitte 2005 führen wir Vergleichsverhandlungen mit den Vertretern von GET S.r.l. und Park S.r.l., die wenngleich sehr mühsam und langwierig aber dennoch stetig zu einem Vergleichstext führten, der Ende 2006 bereits unterschriftsreif war. Beteiligt war auch das Wirtschaftsmi-nisterium in Rom, da Ancinale mit staatlichen Geldern gefördert wurde. Das Wirtschaftsministerium hat zwischenzeitlich für den Fall der vergleichsweise Beilegung der Rechtsstreite sein Einverständnis erklärt, die Subventionen nicht zurückzuziehen, wenn der bisher vermeintliche Eigentümer des Kraftwerkes, die Firma Park S.r.l., die Rechte und Pflichten aus dem Subventionsvertrag übernimmt.

Nach einem letzten Gespräch in Parma Anfang Februar 2007 erklärten jedoch die Vertreter von GET/Park, dass man nicht bereit sei, in den Sub-ventionsvertrag einzusteigen. Völlig überraschend unterbreitete Die Ge-genseite ein neues Vergleichsangebot, dass derart weit von dem letzten Angebot, auf das wir uns bereits verständigt hatten, entfernt lag, dass ich die Verhandlungen vorerst abgebrochen habe. Das neue Angebot ist inakzeptabel und dient offensichtlich ausschließlich dazu, die Verhandlungen zu verzögern.

Wir haben nun weitere, vor allem strafrechtliche Schritte gegen die Ver-antwortlichen eingeleitet. Das Ergebnis ist zunächst abzuwarten. Es liegt jetzt an der Gegenseite kurzfristig zu einem Ergebnis zu kommen. Sobald es Neuigkeiten gibt, bzw. es der Stand der Verhandlungen zulässt, werden wir an dieser Stelle berichten.

Bad Homburg, den 05. März 2007
Der Vorstand